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Bookstagram: Darum ist das Teilen von Leseeindrücken so wichtig

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Von: Sven Trautwein

Leser versinken oft in ihrer eigenen Welt. Durch Bookstagram öffnen sie sich anderen Lesern gegenüber. Warum machen sie das?

Jeder Leser kennt es. Betritt er eine fremde Wohnung, geht der erste Blick direkt zum Bücherregal. Was hat der Gastgeber dort stehen? Sind es Sachbücher, oder eher Krimis und Thriller? Natürlich kann man die ganzen Bücher auch farblich oder nach anderen Gesichtspunkten sortieren. So sind die Bücher und die Regale ein Blick in die Seele der betreffenden Menschen. Sie erzählen sehr viel über einen. Während des Lockdowns wurde der Bookstagram-Bereich zu einer eigenen Community, die derzeit boomt und den einen oder anderen Bestseller hervorbringt.

Ein aufgeschlagenes Buch, eine Müslischale auf einer Bettdecke
Leser tauschen sich auf Instagram mit ihren Buchvorstellungen aus. Diese werden kunstvoll inszeniert. © ingimage/Imago

Bookstagram: Öffentliches Teilen der Lesegewohnheiten

Bookstagram ist kein intimes Lesen mehr. Kein individuelles Versinken in den Büchern und Phantasiewelten, die man sich alleine ausgedacht hat. Das Lesen wird, wie die FAZ berichtet, zu einem öffentlichen Happening. Hier ginge es vornehmlich um das Cover und die eine oder andere Person, die sich fitnesstauglich in Szene setzt.

Es gibt seit langem das Sprichwort „Don‘t judge a book by its cover“. So solle man nicht vom Buchcover auf den Inhalt des betreffenden Buches schließen. Doch in der Bilderwelt von Instagram und TikTok funktioniert es nun einmal über Bilder. Somit wird hier das Cover zum Mittelpunkt der erzählten Geschichte und dies gekonnt in Szene gesetzt. Wie schöne Buchcover im Fantasy-Bereich aussehen, haben wir Ihnen hier zusammengestellt. Mal poppig, mal warm ausgeleuchtet, heißt es in der FAZ.

Bookstagram: Neue Vermarktungswege

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Auch für die Verlage bietet sich hier eine weitere Chance der Vermarktung an. Ob Zusammenarbeit mit Buchbloggern oder als Ideenlieferant für eigene Cover-Gestaltung oder die Ausrichtung des eigenen Social-Media-Kanals. Es ist viel mehr, als das geteilte Mittagessen aus den Anfangszeiten der sozialen Netzwerke. Ob Krimi, Romanze oder auch Sachbuch, die Titel finden somit auch neue Leser außerhalb der eigenen Bubble. Auch auf Instagram werden die Bücher mit tollen Fotos in Szene gesetzt.

TikTok und Instagram helfen bei der Auswahl von Büchern

Neben Instagram mit dem sprechenden Hashtag #bookstagram hat sich auch auf TikTok während des Corona-Lockdowns eine eigene Buchcommunity gebildet, der es ab und zu gelingt, aus älteren Titeln noch wahre Bestseller zu machen. So schafften es ältere Bücher, beispielsweise von Colleen Hoover aufs Bestseller-Treppchen und zogen eine Verfilmung an Land. Auch Bücher, die vor 11 Jahren erschienen, können so im Nachhinein noch zu einem Bestseller werden.

Bei über 60.000 Neuerscheinungen pro Jahr auf dem deutschen Buchmarkt, kommen Verlage nicht an diesen neuen Kanälen vorbei. Schließlich sei im klassischen Feuilleton wenig oder kaum Platz für Romance oder Krimis. So nutzen nicht nur Bestseller-Autoren, sondern auch Newcomer Instagram, um die potenziellen Leser auf ihre Titel aufmerksam zu machen. Dies verringere die Distanz zwischen Autor und Leser. Es entsteht ein neuer Raum und Austausch zwischen beiden Welten.

Wem die Buchcover zu langweilig sind, möge einen Blick auf die Kunstwerke von Maisie Matilda werfen, die nicht nur Harry-Potter-Bücher mit Farbe und Pinsel in wahre Kunstwerke verwandelt.

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